I see myself as a spare part of an youth movement
Ästhetisierung des bildlichen Selbst - das Dokument einer fotografischen Inszenierung von tomd. Die ästhetische Auseinandersetzung tomd geschieht in einer digitalen Spiegelung des Ichs. Über die Grenzziehung des privat, die zur Schaustellung des Privaten, werden Charaktere fotografisch definiert und entwickelt. Die Anonymität des Internets lässt dem Individuum, größere Akzeptanz für das persönliche Coming-Out des Selbstkonzepts Im Mittelpunkt steht dabei die Transformation in der fotografischen und digitalen Retusche. Sie erschafft so künstlich korrigierte Gestalten und gewährt auf diese einen imaginären Blick: Its all about style, looks and Dekandez Die Selbsterschaffung ist die paradoxe Spiegelung vom ebenso zweifelnden wie unabhängigen und selbst bestimmten künstlerischen Individuum. Die künstlerischen Outfits und Perücken sind Reliquien der Verwandlung. Sie inszenieren so ein Outing als alltägliches Instrument, bei der die persönliche Haltung im Dunklen bleibt. Und doch beinhaltet gerade jener Augenblick die eindringlichste Form von Ähnlichkeit –in form einer Vereinigung des Kultur produzierenden Körpers mit der Kultur, die ihn produziert. Ein „myspace“, der verschleierten und stigmatisierten Identitäten einen Freiraum schafft, der sonst nicht verfügbar wäre. Es entsteht eine Vielzahl verschiedener Teil-Ichs, die vielleicht im Gesamten so etwas wie eine Ego-Konstruktion, ein Psychogramm ergeben. Die Bildnisse aller auftretenden Figuren sind die Traum-Logiken und spielen dabei mit verschiedenen Wirklichkeitsebenen. Es ist wie der Spiegel, der in einem Spiegel blickt oder der narzisstische gesichtslose Traum, in dem eine Selbstliebe das Selbst (aus den Augen) verloren hat.